Album der Woche: E-Tiefengrund | Cathedral

„ … bevor Musik gemacht werden kann, müssen Kabel gezogen und wie bei einem Setzkasten gestöpselt werden.“ [1]

e-tiefengrund 600Was hat mich da nur geritten? Mit den Worten „Hör da mal rein“ sendet mir Kilian Schloemp-Uelhoff vom Label Syngate einen Download-Code für Bandcamp zu, und ich löse den auch umgehend ein. Schnell sind die Dateien geladen, und abspielbereit. Ein kurzer Blick worum es geht, und los. Für analoge Synthesizer bin ich zu haben. Die mag ich. Und wenn wer mit einem modularen Synthesizer umgehen kann, dann beeindruckt mich das um so mehr. Und was mich auch immer beeindruckt, sind Musiker, die ihre Werke in einem Stück einspielen, und dabei die Lautstärken, Klänge und Töne so im Griff haben, dass es nur so aus ihnen herausfließt.

Silvia und Michael Kempe können das ganz offensichtlich. Ist ja auch nicht das erste Album der beiden als E-Tiefengrund.

Aber Leute, wie ein Tangerine-Dream-Alben aus der „Virgin-Ära“ klingt das alles nicht. Es klingt nach … tja, wonach eigentlich. Es klingt nach Spielfreude, Spaß am Experimentieren, Spaß am Spaß mit den Instrumenten. Das neue Album Cathedral von E-Tiefengrund ist gleichzeitig streng klassische elektronische Musik, mit den typischen Sounds, Filtersweeps, Sequenzern und dem ganzen Brimborium, und verspielte Freude an ungewöhnlichen Verkabelungen, neuen Modulationen, und der völlig abwesenden Furcht mal Sachen zu machen, die man sonst eben nicht macht. Und die beiden lieben — wie auch ich — das Echogerät.

 

Wer in den 69 Spielminuten des Albums ein durchkomponiertes Werk voller kniffliger und verkopfter Details erwartet, der sollte was anderes kaufen. Auf Cathedral geht es zu wie auf einem elektronischen Abenteuerspielplatz. Es muss irre viel Spaß gemacht haben das Album einzuspielen …

Cathedral als CD kaufen bei Syngate, oder laden via Bandcamp
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[1] Zitat aus der Aachener-Zeitung

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