Mystical Light | Full Moon Rising

„Deep in the night, there’s a mystical light …“ Das zweite Album der beiden Kölner Traditions-Elektroniker ist wie ein mystisches Licht am Horizont und kündet vom baldigen Sonnenaufgang. Der scheint mir unvermeidlich …

full_moonDie Geschichte klingt ungewöhnlich, kommt aber häufiger vor als man allgemein denkt, und geht so: Man kennt sich schon seit Ewigkeiten, hat früher mal ein bisschen was miteinander gemacht, dann aber das Thema irgendwie aus den Augen verloren, und haut 20 Jahre später noch mal einen auf die alten Tage raus. Und dann ist sie überraschend da, die gemeinsame CD. Und sie bekommt Zuhörer, Freunde und Fans. Man steht auf einmal vor Publikum auf der Bühne, spielt seine eigene Musik, bekommt kaum enden wollenden Applaus. Und dann steht die Frage im Raum: Noch eine? Und das alte Feuer ist wieder da, der Wunsch zusammen Musik zu machen. Musik die man mag, und liebt, und gerne hört.

 

Ich mag solche Geschichten. Ich finde die toll.

André Willms und Michael Wilkes erleben so eine Geschichte gerade. „Deep in the night, there’s a mystical light. Beyond the horizon it’s shining bright … “ Diese Zeilen standen schon am Anfang ihrer ersten musikalischen Schritte fest, und es war auch sofort klar wie ihr Debutalbum heißen sollte: Beyond the Horizon. Doch es dauerte gut 20 Jahre bis es tatsächlich soweit war. Heute, anderthalb Jahre nach dem überraschenden CD- und Bühnen-Debüt, legten beide ihr zweites Album vor: Full Moon Rising.

Ich habe mit Michael und André über ihre Anfänge, der Zeit als Spieleentwickler, ihre Musik und über das neue Album gesprochen …

• Ihr habt mit Beyond the Horizon euer erstes Album abgeliefert. Das war aber nicht das erste mal, dass ihr zusammen gespielt habt. Ihr kennt euch schon was länger…

André: Wir kennen uns, seit wir 6 Jahre alt sind.

Michael: Ja, das war so um 1976 rum, André und ich wohnten in derselben Straße …

André: … wir haben uns angefreundet. Später hatten wir beide einen Computer, und so weiter …

• Wann habt ihr mit der Musik angefangen?

Michael: Das war 1991.

André: Wir hatten aber vorher schon gemeinsame Computerspiel-Projekte. Da habe ich programmiert, und Micha gab die Musik dazu.

• Ihr habt ein Computerspiel gemeinsam gemacht?

André: Ist aber nie veröffentlicht worden. Wir wollten eine Adaption eines 64er-Spiels auf dem Amiga machen. Space Taxi. Aber den Namen besser nicht nennen …

Michael: … ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem es auch auf die Zeit ankommt.

• Irgendwann ging es dann mit Synthesizern los. Wie kam es dazu?

André: Also ich war wie gesagt damals aktiv in der Spieleentwicklung bei Rainbow Arts. Unsere Programmiertruppe hatte einen eigenen Musiker, der Geräte hatte. Und wir waren im Studio von Chris Hülsbeck, und da dachte ich mir, das will ich auch.

Michael: Bei mir war es so, dass ich als Kind schon gerne einen Synthesizer haben wollte, aber für meine Eltern war das zu teuer, so bekam ich eine Bontempi Orgel, die mich jedoch nicht wirklich weiterbrachte.  Daher holte ich mir dann irgendwann einen eigenen Synthie, der irgendwie ins Budget passen musste.

André: Micha war übrigens auch mal mit bei Rainbow Arts …

Michael: Stimmt, ich erinnere mich noch daran, weil es so lustig war. Da war ein Parkplatz mit Willms betitelt, ich dachte, wow, André hat ’nen eigenen Parkplatz, aber der war für jemand anderen, der zufällig auch Willms hieß  … haha … dort trafen wir dann auch Chris Hülsbeck im Studio. Ab 1991 hatten wir dann beide einen Synthie, André seinen Casio CZ-1000 und Roland D20, ich meinen Yamaha YS-100.

André: Und die Sequenzerprogramme KCS und Music-X auf dem Amiga.

Michael: Die MIDI-Interfaces hatten wir selber nach Schaltplänen gebaut. Als Gehäuse diente ein grünes Kästchen vom Fahrrad Flickzeug.

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• Was für Musik habt ihr damals gehört?

Michael: Ich glaube, André und ich waren schon immer Fans von guter Computermusik. Also so Musiker wie Chris Hülsbeck, Rob Hubbard, Martin Galway, Ben Daglish, Jeron Tel und Co. waren immer unsere Vorbilder.

André: Außerhalb der Computerszene war bei mir sehr stark Kraftwerk, Visage, Jean-Michel Jarre und Vangelis. Und in der Computerszene eben hauptsächlich Martin Galway, Ben Daglish und David Whittaker — Der witzigerweise der Neffe vom damaligen Schlagerstar Roger Whittaker war.

Michael: Also was die EM angeht, wurde ich durch Jean-Michael Jarres Oxygene und Equinoxe geprägt, auch durch die Titelmelodie in der deutschen Version von Mondbasis Alpha 1. Durch Kraftwerks Mensch-Maschine, und durch so Lieder wie Popcorn, Wolkenreise von Eroc, und Magic Fly von Space. Dadurch geriet ich in den Strudel der elektronischen Musik.

André: Die Synthis von Fade to Grey und Mind of a Toy (Visage) waren der Hammer. Und dann eben die Mensch-Maschine (Album) …

Michael: … Vangelis und Kitaro folgten bei mir dann später. Und natürlich Klaus Schulze, Tangerine Dream und Harald Grosskopf.

André: Von Jarre ist mein Lieblingsalbum Equinoxe. Der Anfang war überirdisch für mich. Wir waren beide auch Kiss-Fans, aber das ist ein anderes Thema.

Michael: Genau, Kiss und bei mir noch Iron Maiden  Hab sogar mal einen Text für ein Heavy-Metal-Lied geschrieben, aber auch das ist eine andere Geschichte.

• Als ihr beide mit der Musik anfingt, wo sollte die Reise hingehen? Hattet ihr ein Vorbild dem ihr folgtet, oder etwas ganz anderes im Sinn …

André: Puh, gute Frage. Ich hatte immer Spielemusik im Hinterkopf, aber unser gemeinsames Projekt war schon darauf ausgelegt, veröffentlicht zu werden. Wir sind auch mit Demotapes rumgelaufen. Hatten bei einem Urlaub in London sogar naiverweise das Studio von Vangelis gesucht. Ich habe damals auch kleine Stücke für (elektronisches) Cembalo gemacht.

Michael: Ich hatte zwar meine musikalischen Vorbilder, aber wohin die Reise gehen sollte, das war mir nicht klar.. Es war erstmal nur der Spass an der Musik und das Ganze zusammen mit meinem besten Kumpel zu machen. Ich erinnere mich, dass wir damals ein Demotape machten und uns auf den Weg zu dem ein oder anderen in Köln ansässigen Musikunternehmen um dort unser Tape abzugeben.. Natürlich ohne Erfolg.  Wir nannten uns 1991 schon Mystical Light, und aus der Zeit stammt auch unser Slogan: Deep in the night, there´s a mystical light, beyond the horizon it´s shining bright.

• Es hat dann aber doch sehr lange gedauert, bis ihr dann vor anderthalb Jahren eure erste CD vorgelegt habt.

Michael: Und ich weiss noch, dass ich einige Stücke von damals hatte, die ich neu adaptiert habe. Das Schwierige dabei war, dass ich meine alten Stücke nur noch auf der Musikkassette hatte, aber nicht mehr als Noten. Ich musste meine eigenen Lieder nach Gehör wieder neu einspielen, und dann verbessern und modernisieren. Das war ganz schön schwierig. Aus dieser Phase sind auch die Yog-Sothoth-Lieder Flights in Space, Entropie, Ancient Skies und Quasar. Diese waren ursprünglich von 1991. Als Mystical Light hatten wir den Song Eternal Peace, ebenfalls von 1991. Dort hatte André zum Glück noch die Datei auf einer Amiga-Diskette, welche er umständlich konvertierte und ich dadurch das Lied rekonstruieren konnte. Das war sehr spannend. Zum Glück hat es geklappt.

André: Unser gemeinsames Projekt wurde aber mangels Erfolg irgendwann auf Eis gelegt. Ich habe dann für mich nur Musik gemacht, aber ohne klares Ziel. Aus dieser Phase stammen übrigens auch die Kompositionen von Selenites und Mare Tranquillitatis. Als Freiberufler ist man sowieso immer stark eingespannt. Und es war auch kein richtiger Antrieb da. Bis Micha wieder anfing

Michael: Ich hatte irgendwann auch nichts mehr am Synthesizer gemacht. Dann, 2009, las ich in einem Magazin einen Artikel über Axel Stupplich, Elektronikmusiker aus Leverkusen. Er interessierte sich für dasselbe Thema (Präastronautik), und daher schrieb ich ihn an. Wir hatten E-Mail-Kontakt, und es stellte sich heraus, dass er sich auch für die Hobbyastronomie interessiert, genau wie ich. Wir trafen uns, und ich zeigte ihm meine alten Lieder. Er meinte, ich solle doch weitermachen, er sähe Potential. Daher fing ich wieder an, ermutigt durch Axel. Und dank seiner Hilfe bei der Beratung bezüglich Software und Hardware fing ich Ende 2009 wieder mit dem Musik machen an. 2010 war mein erstes Lied Tribute to Axess, das ich Axel widmete. Ich adaptierte meine alten Lieder und komponierte neue. Durch einen Bekannten kam ich in Kontakt mit Sylvia Sommerfeld vom schallwende e. V., und sie wurde auf meine Musik aufmerksam. Ich wurde Mitglied in der Schallwende, und wurde zu meinem totalen Erstaunen zum Newcomer 2011 gewählt. Dadurch lernte ich sehr viele Musiker kennen, liebe Kollegen, und durch den Erfolg angespornt konnte ich André dazu gewinnen, daß wir Mystical Light wieder reaktivieren. Das geschah dann Ende 2012/Anfang 2013. Ich danke Axel Stupplich, Daniel Fischer und Sylvia Sommerfeld sehr, denn ohne diese drei wäre ich heute nicht da, wo ich bin: Am Anfang einer musikalischen Reise. Mal schauen, wohin sie führt.

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• Mit einem Konzert in den Solinger Güterhallen habt ihr beide dann eure erste CD vorgestellt. Gab es auch neue Kompositionen, die ihr erst 2013 zusammen erstellt habt?

André: Ehrlich gesagt war bei Beyond the Horizon nur das alte Eternal Peace ein richtig gemeinsames Lied. Die anderen Tracks stammen jeweils aus Michas oder meiner Feder.

Michael: Wir haben zum Teil neue Yog-Sothoth-Stücke gespielt und auch neue Mystical-Light-Stücke, welche von André unter ML gemacht wurden. Ich habe in letzter Zeit auch Stücke gemacht, die unter ML herauskommen.. Das heißt wir arbeiten am selben Projekt.  Im Grunde war alles neu.. Nur Eternal Peace war ein Überbleibsel von 1991. Uns lag am Herzen, unsere alten Sachen mit ins Boot zu holen und dann neu und gemeinsam weiterzumachen.

André: Und das erste Stück des Konzerts war auch speziell von uns für das Ereignis komponiert.

• Euer CD-Release-Konzert war – dem Eindruck nach – eine ungewohnte Erfahrung für euch. Warum habt ihr euch trotzdem dafür entschieden?

André: Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Michael: Ich wurde von Sylvia schon mal drauf angesprochen bzgl. live auftreten, nun bin ich ein sehr scheuer und nervöser Zeitgenosse und ich liebe das Musik machen im Studio. Aber, ich bin kein grosser Fan von Liveauftritten. Dann kam auf einmal die Anfrage zum 5-Elemente-Konzert in Solingen. Ich dachte, ok, wenn überhaupt, dann nur mit André zusammen. Und so haben wir das durchgezogen. Aber ich muss gestehen, dass ich fast vor Angst weggeflossen wäre. Und ich fühlte mich nicht wirklich wohl in meiner Haut. Daher fühle ich mich im Studio alleine wohler. Ist halt meine Natur.

André: Und damit wir zum Konzert beide was einbringen, haben wir Lieder von uns beiden gespielt, plus das spezielle 5-Elemente-Lied

• Euer Auftritt war für das Publikum ein totaler Erfolg. Der Raum war voll, der Applaus kam stehend. Wie habt ihr euch da gefühlt, so direkt vor den Menschen die eure Musik gefeiert haben?

Michael: Der Applaus war total toll! Natürlich ungewohnt, das erste Mal für mich. Ich hatte Angst, weil ich mich oft verspielt hatte, dass die Leute sehr enttäuscht wären. Der Applaus aber war wunderschön, und hat die Angst danach dann vergessen lassen.

André: Man selbst sieht ja Mankos, die das Publikum nicht unbedingt erkennt. Die denken vermutlich, das sollte so sein  Insofern war ich mit mir selbst nicht so zufrieden, weil ich auch viel zu verkrampft war. Aber es gibt für alles ein erstes Mal, und ich bin mir sicher, es war nicht das letzte Mal. Der Applaus hat mich gefreut, auch der Zuspruch der „Musikerkollegen“ danach. Ich hatte vor Nervosität so schwitzige Finger, dass ich von den Tasten gerutscht bin. Wir waren erleichtert, als es vorbei war …

Michael: … aber sowas von.

• Hat euch diese Feuertaufe den Gedanken leichter gemacht, neue Auftritte von Mystical Light in’s Auge zu fassen?

André: Für mich schon.

Michael: Ich würde sagen, für mich nein!

Laterne

• Dann sind anderthalb Jahre ins Land gezogen, und nun steht das zweite Album von euch in den Regalen.

André: Immer noch ein Album, wo die Lieder überwiegend komplett entweder von Michael oder von mir sind, aber wir haben uns weiter angenähert. Es ist viel homogener als das erste, wie ich finde. Und das dritte Album werden wir direkt nur mit gemeinsamen Liedern beginnen.

Michael: Genau. Auf dem ersten Album hatten wir beide noch sehr unterschiedliche Stile. Beim Zweiten haben wir uns angenähert. Wobei ich sagen muss, André hat sich mehr meinem Stil genähert, und das ist schon eine Leistung. Dann haben wir uns gesagt, das Dritte fangen wir direkt so an, dass wir von vorne herein gemeinsame Stücke machen. Auch wenn es aufgrund der räumlichen Entfernung schwieriger ist, und länger dauert. Aber wir haben ja keinen Zeitdruck, den setzen wir uns nur selber.

• Gab es auf Full Moon Rising zwischendurch einen musikalischen Austausch, oder habt ihr etwas zu den Stücken des jeweils anderen beigetragen?

André: Wir sagen uns gegenseitig die Meinung, geben Feedback zu Details, reden auch darüber, ob es zum gemeinsamen Konzept passt. Wobei man für letzteres ein Gefühl entwickelt  So kommt dann irgendwann genug „Ausschuss“ zusammen, der nicht auf das Album passt. Bei Quantum Leap zum Beispiel klang alles noch etwas dünn, da hat Micha eine melodische Fläche drüber gelegt, und dann war es richtig gut.

Michael: Soweit ich weiß, ist es nur  Quantum Leap, wo André das fertige Lied hatte und ich nur eine Spur mit dem Blofeld beisteuerte, die er dann auch eingebaut hat. Das heißt ich bin in seinem Lied mit einer Spur zu hören  Aber sonst war alles getrennt bis eben auf Eternal Peace und den Titel Full Moon Rising.

André: Das Stück Full Moon Rising ist so entstanden wie auch das ganze dritte Album entstehen soll. Jeder fügt schrittweise etwas hinzu, ändert ab, bis am Ende ein fertiger Track steht.

Michael: Eternal Peace hatten wir ’91 zusammen gemacht. Ich bin mit meinem Yamaha YS-100 zu André gefahren als er noch in Köln wohnte. Das entstand dann zusammen. Der Track Full Moon Rising entstand Stück für Stück. André hatte eine tolle Melodie, und ich machte ein Arpeggio drumherum. Dann noch eine Drumspur, er spielte einen Bass ein, ich wieder was anderes, etc. So entstand das Lied. Meiner Meinung nach konnte André immer sehr gut Melodien machen, ich war mehr so auf Flächen, Arpeggios und Sequenzen.

• Full Moon Rising nehme ich als deutlichen Entwicklungsschritt für das Projekt Mystical Light wahr. Die Stücke scheinen mir klarer in der Struktur, die Klänge wagemutiger. Alles kommt eine Spur frecher aus den Boxen. Selbstbewusster. Was hat diese Entwicklung verursacht?

André: Es ist wie der Weg zu guter Literatur: Erst lernt man die Regeln, dann lernt man die Regeln zu brechen  Das sehe ich auch bei der Musik so.

Michael: Also wenn wir schon aus dem Nähkästchen plaudern: Wir beide haben uns weiterentwickelt, und wir beide haben in der Zeit neue Lieder gemacht. Nun hat man auch schon mal Lieder, die im Grunde älter sind. Und wenn man genug Material hat, passt eben nicht alles auf ein Album. Man will seine alten Stück aber nicht in die Zukunft auf ein anderes Album schieben, weil man sich in der Zeit weiter entwickelt. Man würde altes Material unter neues mischen und das fällt auf. Wir wollten aber auch mehr zusammen machen, was aber definitiv Zeit in Anspuch nimmt. Daher hatte ich André vorgeschlagen einen Schlussstrich zu ziehen, unser bisheriges Material auf ein Album zu veröffentlichen, das aber schon als Mond-Konzeptalbum geplant war. Dann hätten wir erstens ein neues Album am Start, zweitens unser ganzes „altes“ Material weggearbeitet und könnten dann, bei einem neuen Album, komplett von vorne zusammen anfangen, ohne Altlasten. So kam das Material fürs Album zusammen. Und ich hoffe, daß es doch geklappt hat und gut passt.

Quantum Leap z.B. war schon vorher entstanden und passte aber nicht mehr auf Beyond the Horizon. Daher sollte es auf dieses Album kommen. Mare Tranquillitatis war für das Album erst nicht vorgesehen, aber zum Glück konnte ich André überreden es doch drauf zu tun, da ich es sehr toll finde.

André: Das Pendel schwingt immer in beide Richtungen aus. Bei Beyond the Horizon waren meine Lieder die sehr ruhigen, diesmal war Pulse das andere Ende.

• Full Moon Rising ist seit ein paar Tagen draußen. Ein drittes Album in Arbeit. Zu Auftritten habt ihr ein zwiegespaltenes Verhältnis. Wie sollen die Fans von Mystical Light die Zeit bis zum nächsten Album überstehen? Wird es vielleicht doch Auftritte geben? Oder Kooperationen mit anderen Musikern und Projekten? Solo-EPs?

André: Ich wage mal die Prognose, dass wir uns wieder langsam zu einem Auftritt ermutigen. Ich habe einiges an Zeug, das nicht zu ML passt, was ich vielleicht dieses Jahr noch rausbringen werde. Aber das ist dann vielleicht nichts für Fans des ML-Stils. Aber es gibt noch keine konkreten Pläne für einen Auftritt.

Michael: Das wäre dann Andrés Soloprojekt Astral Cookies, das Pendant zu meinem Yog-Sothoth. Bei mir ist es so, dass ich die Musik hobbymäßig mache. Die Zeit muss da sein, die Lust auch etwas zu machen, die Ideen müssen da sein. Manchmal hat man keine Zeit, keine Lust oder hat keine Ideen.. Solche „Durststrecken“ müssen dann überwunden werden. Normal bin ich ja arbeiten und habe dann nur am Abend Zeit. Aber es wird auf jedenfall weiter gehen, soviel ist sicher.

• Letzte Frage. Was ist Dein persönlicher Anspieltipp auf Full Moon Rising?

André: Das Lied Full Moon Rising, weil es ein Ausblick auf die Zukunft ist. Und ich persönlich bin Fan von The Selenites und Stranded.

Michael: Full Moon Rising finde ich auch, weil es uns gemeinsam darstellt. Und persönlich gefällt mir Silent Sky und Adrift. Natürlich gefällt mir alles …

Danke Michael und André für das Gespräch.


Full Moon Rising ist ein Album, dass durch seine Geschichte, seine Reife (immerhin sind manche Kompositionen viele Jahre alt), und auch durch die über die Jahre gewachsene Gelassenheit der beiden Künstler, heraussticht. Hier sind Menschen am Werk, die, inzwischen ausgestattet mit der notwendigen Technik, und der zwischenzeitlich angehäuften Lebenserfahrung und Geschmackssicherheit, ihren Jugendtraum erfüllen. Das Ergebnis ist ein handwerklich sauberes Album, dass die Wurzeln der Berliner Schule nicht verleugnen kann, und gleichzeitig alle Äste zur Sonne richtet.

Mit Full Moon Rising haben Michael Wilkes und André Willms den nächsten Schritt getan. Und das Ziel scheint mir klar. Aus dem mystischen Licht hinter dem Horizont wird ein großartiger Sonnenaufgang.

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Yog Sothoth (Michael Wilkes) im Internet
Astral Cookies (André Willms) im Internet

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